Berufsbild Hauswirtschaft

Der Beruf Hauswirtschaft – aus der Sicht der Bügelrevolution

Heute ist der Tag der Hauswirtschaft. Wir wollen dies als Anlass nehmen unsere Sicht zu diesem oft unterschätzten Beruf zu schildern. Der Beruf der Hauswirtschaft ist facettenreich und eng am Menschen. Es geht um den guten Service und darum, dass im Hintergrund alles rund läuft. Dennoch leidet dieser Beruf unter einem sehr starken Imageproblem. Oft wird Hauswirtschafterinnen und Hauswirtschaftern nachgesagt, dass diesen Job ja jeder machen könne, da ein Jeder einen Haushalt führe. Diese geringe Wertschätzung ist sehr schade und bei näherer Betrachtung wenig verständlich. Trotz eines vergleichbarem Aufgabenumfangs und Anforderungsprofils an das Personal ist die Wertschätzung in der Gastronomiebranche weitaus höher. Und wenn man ehrlich ist, kann man sich auch einen Kaffee selbst auf den Tisch stellen. Die Hauswirtschaft kümmert sich um die Wäsche und auch um das Essen der Bewohner von Pflegeeinrichtungen – ist also faktisch dem Servicepersonal in der Hotellerie und der Gastronomie gleichgestellt. Pflegepersonal und Hauswirtschaft arbeiten Hand in Hand zusammen und machen so als Team den Service in einer Pflegeeinrichtung aus. Entsprechend groß sind daher auch die Anforderungen an diese Berufe – und entsprechend groß ist die Dankbarkeit, die von den Bewohnern und den Angehörigen für diese wichtigen Funktionen ausgeht.

Das Berufsbild “Hauswirtschaft” aus Sicht der Bügelrevolution

Wir von der Bügelrevolution haben im letzten Jahr mit vielen Kollegen aus der Hauswirtschaft zu tun gehabt und waren erstaunt mit wie viel Hingabe und Professionalität die Wäsche in Alten- ,Reha- und Pflegeheimen gemanagt wurde. Dort geht es nicht sehr gemächlich zu ,sondern alle Prozesse sind bis aufs Äußerste optimiert. Wir mit unserem Hintergrund aus dem Maschinenbau und der industriellen Produktion waren erstaunt, wie viel effektiver Prozesse in einem Pflegeumfeld laufen, als in der freien Wirtschaft. In den zuvor erwähnten Einrichtungen ist oft die minutiös geplante und einzuhaltende Pflege der stärkste Taktgeber. Im gemeinsamen Alltag färbt diese Taktung auch auf die Kollegen in der Hauswirtschaft ab, wo mit der gleichen Hingabe, Menschlichkeit, aber auch Effektivität gearbeitet wird. Wir wollen dies kurz an dem Beispiel der Wäscheaufbereitung darstellen.

Veranwortungsvolles Umgehen mit dem Letzten, dass den Bewohnern oft noch bleibt

In Waschküchen gibt es immer einen reinen und unreinen Bereich. Entsprechend differenziert sind die Aufgaben und Anforderungen an Hygiene. Es hat uns anfangs sehr verwundert, wieso eigentlich Wäsche in den Einrichtungen gewaschen wird und nicht etwa in externen Wäschereien. Letztere werden gerne für Leasingwäsche, die sich in einem sogenannten Wäschekreislauf befindet, genutzt. Hierbei handelt es sich z.B. um Bettwäsche, Handtücher oder Tischtücher. Bei der individuellen Bewohnerwäsche sieht es anders aus. Diese sollte in jedem Fall zurück kommen. Dazu wird oft jedes Kleidungsstück gekennzeichnet, so dass es eindeutig einem Bewohner zugeordnet werden kann. Es gab auch Versuche die gekennzeichnete Wäsche in externen Wäschereien zu waschen. Nur klappte dies nicht zuverlässig genug – manchmal kam die Bewohnerwäsche nicht zurück. Dies ist natürlich ein großes Drama. Ein verlorenes Kleidungsstück ist oft schwer zu ersetzen. Oft sind dies die letzten persönlichen Gegenstände, die die Bewohner noch besitzen.

Prozesse in der Aufbereitung der Bewohnerwäsche

Aus diesem Grund gehen immer mehr Einrichtungen den Weg dahin, Bewohnerwäsche direkt in den Einrichtungen zu waschen. Gewaschen wird in sogenannten Durchreichewaschmaschinen, um die Hygiene in der Wäscherei aufrechtzuerhalten. Dazu gibt es eine unreine und eine reine Seite. Auf der unreinen Seite wird die Wäsche angeliefert, sortiert und entsprechend gewaschen. Die gewaschene und saubere Wäsche wird auf der reinen Seite entladen. So ist eine hygienische Wäschebehandlung sichergestellt. Auf der reinen Seite wird die saubere Wäsche getrocknet, gebügelt, zusammengelegt, aufgehängt und wieder an die Bewohner verteilt. Diese Arbeiten müssen gut koordiniert werden, damit die Bewohner ihre Wäsche zeitnah und ordentlich zurückerhalten. Vor allem das Aufbügeln eines Hemdes oder einer Bluse nimmt mit ca. 8 Minuten erhebliche Zeit in Anspruch. Auch in Altenheimen möchten die Menschen gut und gepflegt aussehen und nicht zerknittert herumlaufen. In diesem Arbeitsfeld hatten wir von der Bügelrevolution mit unseren Bügelpuppen Kontakt mit der Hauswirtschaft und haben direkt einige Leute in diesem Umfeld kennengelernt.

Der Mensch ist entscheidend – auch in der Hauswirtschaft

Oft ist es so, dass auch bei fehlender Markierung der Kleidung ein Hemd oder eine Bluse – sogar eine Unterhose, noch in der Wäscherei gefunden wird. Die Bewohner erhalten so Ihre Wäsche zurück auch wenn es bei der Kennzeichnung einen Fehler gab. Die Mitarbeiter der Hauswirtschaft wissen sehr gut, wie wichtig und Identitiätsstiftend die eigene Kleidung ist und bekommen als Dankeschön dann oft ein herzliches Lächeln zurück.

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